Geschichte

Ende der 70er Jahre trafen sich Siersdorfer Pferdefreunde bei Thoma im Stübchen und beschlossen, einen Zucht-, Reit- und Fahrverein zu gründen. Nachdem durch Mund-zu-Mund-Propaganda Interessenten gefunden waren, fand am 16. Juni 1980 die Gründungsversammlung im Hause Thoma statt. Zum ersten Vorsitzenden wurde Max Geilenkirchen gewählt. Mit Festlegung des Vorsitzenden war die Anmietung von Gelände an der Kommende beschlossen. Der ehemalige Burggarten wurde durch vieler Hände Arbeit zum Reitplatz umgestaltet. Treffen fanden regelmäßig sonntags morgens statt.
Der Verein bestand aus Freizeitreitern, die gerne ausritten und Fuchsjagden mitmachten. Im 2. Jahr fand der erste Stoppelritt statt, der zu einer alljährigen Einrichtung wurde. Bereits 1983 präsentierte sich der Verein am 17. Juni mit einem Reiterfest mit Darbietungen der Jugendlichen, Erwachsenen und einer Fohlenschau.
Da immer mehr Jugendliche in den Verein eintraten, wurde der Ruf nach einem Dressurplatz und Unterrichtsstunden laut. Ein Sandplatz als Dressurplatz mit Bande wurde von den Vereinsmitgliedern geschaffen. Es wurden Reitstunden angeboten und die Teilnehmer auf Turniere vorbereitet. So stellte sich denn auch dem Verein die Frage nach einem eigenen Dressur- und Springturnier. Mitte der 80er Jahre war es soweit. Die Wiese unterhalb des Platzes konnte als Arbeitsplatz genutzt werden, und so war überhaupt genügend Platz für eine solche Veranstaltung gegeben. Die Turniere fanden stets am oder um den 17. Juni statt: zunächst Turniere der Kat. C, ab 1985 auch der Kat. B, die so großen Zulauf hatten, dass Nennungen abgelehnt werden mussten.
Ende der 80er Jahre wurde es üblich, beim Turnier Gespanne als Schauprogramm zu zeigen. 1988 gab es die erste Fahrprüfung der Gespanne in Klasse E. Sachkundige Erklärungen während des Schaufahrens oder der Siegerehrung fanden großes Interesse bei den Zuschauern, und so ist es nicht verwunderlich, dass seit 1992 der Verein das „Fahrertreffen“ veranstaltet. Dazu kamen immer strengere Bestimmungen aus Warendorf zur Durchführung eines offiziellen Turniers, die abnehmende Zahl der Siersdorfer aktiven Turnierreiter und der stets wachsende Aufwand für die Helfer, so dass seit Anfang der 90er Jahre kein Dressur- und Springturnier mehr veranstaltet wurde.
Bei dem „Fahrertreffen“ versammelten sich die Gespannfahrer des Vereins und die Fahrer der befreundeten Vereine aus der Umgebung und der Euregio zu einem sportlichen Wettkampf. Schon damals gab es ein Hindernisfahren, eine Streckenfahrt, bei der stets ein Zwischenstopp mit Bewirtung angefahren wurde und ein Kegelfahren.
Mit dem Tod von Max Geilenkirchen im Mai 1999 verlor der Verein nicht nur einen engagierten 1. Vorsitzenden, sondern es musste eine neue Bleibe gefunden werden. Die Familien Dolfen und Weidenhaupt stellten eine Wiese hinter dem Friedhof zur Verfügung, die von Größe und Beschaffenheit dem neuen Betätigungsfeld des Vereins gerecht wurde. Wieder wurde mit Hilfe der Vereinsmitglieder eine Wiese zu einem schönen Vereinsplatz umgestaltet. Ein Bauwagen- liebevoll restauriert- dient als Bude, und schon bald konnte der „Fahrertreff“ unter neuer Vereinsleitung stattfinden. Die Struktur des Vereins hatte sich dahingehend verändert, dass die Zucht einen größeren Rahmen einnahm, die Zahl der aktiven Reiter stark zurückging und die Zahl der engagierten Gespannfahrer stetig zunahm. So war es allein von der Anzahl der am „Fahrertreff“ teilnehmenden Gespanne schon nötig, einen großen Platz anzubieten.
Das 20-jährige Jubiläum war überschattet von der Krankheit des neuen 1. Vorsitzenden Dr. Leo Dolfen und fiel fast buchstäblich ins Wasser. Zum Beginn der Festlichkeiten öffnete der Himmel seine Schleusen und hielt sie bis zum Schluss geöffnet. Trotzdem waren Stimmung und Teilnahme gut.
Am 4. Mai 2003 wurde der neue Platz- ausgestattet mit attraktiven Hindernissen, wie Brücke, Wall und Wassergraben- mit einer Feldmesse, Pferdesegnung und einem sportlichen Wettbewerb bei herrlichem Wetter feierlich eingeweiht. Mit der Zunahme der Zahl der Fahrer wuchs auch das Interesse an sportlichen Wettkämpfen. 2002 und 2003 kam zu dem jährlichen „Fahrertreff“ ein Treffen im Herbst. 2004 und 2005 wurden sogar eine weitere Prüfung im Mai als Dressurprüfung und Stilhindernisprüfung angeboten.
In den Jahren 2000 bis 2007 hat der Verein 4 Ehrenmitglieder benannt: Frau Anni Paffen, Herr Hubert Bauer, Herr Leo Hermanns sen. und Herr Bernhard Hilfenhaus. Sie wurden für ihre besonderen Verdienste für den Verein ausgezeichnet.